Frontbeschnitt vergessen?

  • Um das Taschenbuch optisch immer anspruchsvoller zu gestallten gehen die Verlage/Agenturen immer neue Wege. Gerne werden da optische Highlights wie Prägungen, Stanzungen oder Glanzeffekte auf den Umschlägen eingebracht. Farbschnitte und Zeichenlitze sollen für weitere Kaufanreize sorgen. Als ich mir aber das neue Buch von Dan Wells „Ich will dich nicht töten“ (Piper Verlag) in der Buchhandlung meiner Wahl gekauft habe, staunte ich nicht schlecht.


    Die tief im Norden ansässige Traditionsdruckerei Clausen & Bosse hat da einfach mal den Frontbeschnitt weggelassen. Wie ich finde ein einfaches aber wirkungsvolles stilistisches Mittel, das bei mir gut ankommt. Ich habe keine Ahnung ob es so etwas vorher schon gab.

    Wie gesagt, bei mir hat es gewirkt. :thumbup: Hab das Buch schließlich gekauft. Der Inhalt ist auch Klasse. Danke

  • mh, bin Sprachlos wenn ich das Bild betrachte :D


    Im Großen und Ganzen, Respekt an den Verlag und an die Buchbinderei so einen Auftrag an den Kunden bringen zu wollen :thumbup:



    Im Sinne, nur tote Fischen schwimmen mit dem Strom :P

  • Also ich finde es auch super, mir ist leider so was noch nicht in die Hände gekommen. Ich bin auch so ein Typischer Einkäufer, der eher die "stylischen" Bücher in die Hand nimmt und dann nach dem Inhalt schaut. Bei mir würde es auch seinen Zweck erfüllen :-))

    "Hinter jeder erfolgreichen Frau steht ein Mann der sie versucht hat zu bremsen"

    Einmal editiert, zuletzt von Sweety87 ()

  • huch, da bin ich ja eine Antwort schuldig geblieben... und das schon vor Monaten! Gut, daß Sweety87 heute noch was dazugeschtrieben hat :-).
    Beim ebarbierten Schnitt werden die Lagen einzeln vor dem Heften beschnitten. Man hat keinen glatten Buchschnitt. Die Lagen müssen bei der Heftung dann sehr sorgfältig angelegt werden, damit es nicht aussieht wie Kraut und Rüben. :)

  • Hallo zusammen ,
    ich habe auch ein Buch mit so einem Beschnitt .
    Das Buch nennt sich " Bücher binden selbst gemacht " von N.N.Masok .
    Im Buch wird dann auch der Begriff "ebarbieren" erklärt . Aber besser als Papierfrau kann ich's auch nicht erklären .
    könnte nur noch hinzufühgen , daß das ebarbieren im letzten Jahhundert von den Franzosen übernommen wurde und sich eigl.
    keiner der Buchbinder bei uns Gedanken macht , was das eigl. soll .

  • wenigstens weiß ich jetzt, daß mein (mangels Stapelschneider) Dilettantismus in Wahrheit eine vergessene Handwerkstechnik ist 8)
    Jetzt muß ich nur noch das Büttenpapiel selbst machen, mit schönem Bart ...