Klein(st)format-Falzmaschine gesucht

  • Hallo zusammen!
    In unserem Betrieb verarbeiten wir seit kurzem extrem kleine Formate. Die beste Maschine, die wir dafür haben ist allerdings eine Stahl Ti40. Allerdings wird es mit ihr schon mitunter kritisch.
    Das Problem besteht meistens nicht in der Einlaufbreite, sondern der -länge. Aktuell verarbeiten wir gerade 675.000 Ex. im Format 32x14cm. Ist auch mit Kleinformateinrichtung schon ziemlich lästig. Man muss soviel Luft von der Seite reinpusten, daß das oft Doppelbogen zur Folge hat. Gibt manweniger Luft kommen die Bogen schief - auch nicht so schön... :cursing:


    Deshalb meine Frage: Welche Maschine (auch andere Hersteller außer Stahl,MBO oder GUK) könntet Ihr mir empfehlen für folgende Formate:
    Einlaufbreite min/max: ca.100mm/ca.400mm
    Einlauflänge min/max: ca.60mm/ca.650mm
    Falzlänge min/max: ca.20mm/ca.300mm
    Gibt es überhaupt Maschinen in dem von mir gesuchten Spektrum? Oder muß ich mich mit geringerer maximaler Einlaufbreite und -länge zufriedengeben?
    Welchen Anlegertyp würdet Ihr empfehlen?
    Welche Auslage verhindert am besten das Wiederaufspringen?


    Bin gespannt auf Eure Antworten!

    Hätten sie mir gesagt, worum es geht, hätte ich den Scheißjob, ehrlich gesagt, wohl nie angenommen. (Nick Hornby)

  • Hallo Falzonkel,


    wir haben auch schon oft Packungsbeileger im Kleinformat gemacht und da hatten wir eine MB - Bäuerle Multimaster CAS 38


    Bei ihr haben wir das Format, Papierstärke und Falzart eingegeben und schon mit der ersten durchgelaufenen Bogen hat fast alles gestimmt. Es sind alle Falzarten frei programmierbar und durch einen Speicher immer abrufbereit.

  • Moin


    Also ich falze sowas auf einer MBO T400
    muss allerding dazu sagen, dass ich bei kleineren Formaten mit einen eigenen Taschenanschlag arbeite...bedeutet...
    ich stell die Tasche z.B.auf 12cm länge ein und stecke in die Tasche ein 10cm hohes Blech was durch die lichte Weite der Tasche gehalten wird.
    Somit komme ich auf ein Format von 2cm.
    Es geht auch mit einer Pappe... und die Falzergebnisse sind wirklich sehr exakt! :thumbsup:


    Wen das Format des Bogens schmaler wird als 10cm +/- 1cm muss man noch einiges am Einlauf ausbauen.
    Ist aber wirklich alles machbar.


    Das kleinste Format was ich auf der T400 gefalzt habe,war 2cm x 4.5cm allerdings dann im Doppelnutzen
    3x ZickZack 1x Parallel
    Meines wissens baut MBO dieses Format/Maschine nicht mehr.


    Guss


    MBOsuyb

  • Erstmal "Danke!" für die Antworten!


    MBOsuyb:
    Habe Deine Videos bei Youtube gesehen. Eine Frage dazu: In dem einen Video sieht man, wie Du einen Arzneimittelbeipackzettel (?) falzt. Dieser ist schmal und dafür recht lang. Würdest Du den Bogen auch durch die Maschine kriegen, wenn das Einlaufformat um 90° gedreht wäre, sprich der Bogen breit und kurz wäre? Oder macht da der Anleger nicht mit? (Beispiel: Breite 35cm, Länge 10cm)


    Booker:
    Die CAS 38 hatte ich auch schon als Möglichkeit in Verdacht. Werde ich mir wohl auf der nächsten Drupa (3.-16.5.2012) wohl mal genauer ansehen, wenn mein Chef bis dahin noch nichts neues für uns hat :)


    Bücherwurm:
    Die KL112 klingt für unsere Bedürfnisse auch sehr interessant. Habt ihr diese Maschine in Eurer Firma? Wenn ja - eher gute oder eher schlechte Erfahrungen?


    Habe selbst noch einen Kandidaten gefunden:
    Horizon AF-406T6A.
    Laut Datenblatt kann man mit ihr die kleinsten Formate fahren (min. 50mm x 100mm; min. Falzlänge: 20mm).
    Hat jemand Erfahrungen mit dieser Maschine?

    Hätten sie mir gesagt, worum es geht, hätte ich den Scheißjob, ehrlich gesagt, wohl nie angenommen. (Nick Hornby)

  • Hi Falzonkel


    Also um jetzt mal ins Extreme zu gehen...wenn der Boger nur 10cm lang und 40cm breit sein sollte, denke ich hat man keine Chance...
    Bei so einem Format hat man nur ne Chance, wenn man den Bogen über zwei Werke falzen kann....also im ersten Werk den Bogen nur plano durchlaufen lassen und dann auf das zweite Werk ins Kreuz laufen lassen. So hast du dann den Bogen richtig liegen... Geht natürlich auf die Laufleistung und vielleicht auch auf die Genauigkeit der Brüche, weil im zweiten Werk die Taschen in der Regel schon von Haus aus eine grössere Lichte Weite haben. Hängt aber auch stark davon ab was für ein Papier gefalzt werden muss.
    Diese Idee hat aber einen Vorteil....Du kannst im ersten Werk Nutungen setzen!


    Ich musste schonmal eine Landkarte (in klein) so falzen allerdings in ersten Werk von 14cm auf 7cm gefalzt dann 5 Nuten setzen und 5 x Zick Zack gefalzt auf 7cm. (42cm x 14cm auf 7cm x 7cm)


    War ne fummelei allerdings ging es dann doch sehr gut. Nur für solche Arten von Falzungen kann man nur schlecht ne Rüstzeit angeben... ich glaub ich war so 2 Stunden dabei bis es dann lief...


    Gruss


    MBOsuyb

  • Hallo


    Allso die Herzog und Heymann ist für Kleinformate bestens geeignet. Bin als Techniker für MBO und HH unterwegs und was die Formate angeht wird auf der HH meist auf 4,5cmX 6cm gefalzt. Beilagen für die Pharma usw. HH haben andere Walzenaufhängungen als "NORMALE" Falzmaschinen daher werden diese auch gerne für Landkartenfalzungen eingesetzt mehr als 10 Taschen im 1 Werk sind da möglich.
    Walzendurchmesser ist sehr wichtig denn bei Kleinformaten sind die grossen Walzen eher schlecht.

  • Tach zusammen!


    MBOsuyb:
    Die Idee ist nicht schlecht, nur leider haben wir nur Kombifalzen außer der Ti40. Und unsere Ti40 hat kein zweites Falzwerk (falls es das überhaupt dafür gibt...?).
    Und unsere Anschläge im Schwert-Kreuzbruch kriegt man nicht so eng zusammen.

    Hätten sie mir gesagt, worum es geht, hätte ich den Scheißjob, ehrlich gesagt, wohl nie angenommen. (Nick Hornby)

  • Nein, leider nicht, da wir bisher nicht auf Kleinstfalze spezialisiert waren. Unser normales Geschäft sind eher Rückendrahtheftungen. Da reichen unsere Kombifalzen eben völlig aus. Aber da der Kunde mit den Kleinstfalzen immer öfter bestellt, denkt die Geschäftsleitung über eine neue Maschine nach. Und an diesem Punkt wäre es natürlich interessant, einen Vorschlag machen zu können. ...damit nicht wieder irgendwelche, die nie an den Maschinen stehen, entscheiden, welche gekauft wird!

    Hätten sie mir gesagt, worum es geht, hätte ich den Scheißjob, ehrlich gesagt, wohl nie angenommen. (Nick Hornby)

  • Ja, kann ich verstehen!


    So sollte man auch an den kauf einer neuen Maschine ran gehen. Bei uns ist das auch nicht immer der Fall... :thumbdown:


    Wir machen bei uns auch sehr viele Rückendrahtheftungen (2 Sammelhefter) doch wir fertigen mitlerweile sehr viele Kleinstfalzungen und Trickfalzungen an die sich die meisten Buchbindereien in unserer Umgebung nicht ran trauen, oder technisch nicht lösen können. Somit haben wir in dem Bereich immer was zu tun.


    Wenn sich bei euch die Anfragen heufen, dann solltet ihr euch echt eine Maschine kaufen. Es sollte eine sein mit der ihr viele Möglichkeiten habt einen Falz zu lösen.


    Gruss


    MBOsuyb


    P.S. Wenn es zu einem Kauf kommt, dann schreib doch mal welche es geworden ist.

  • P.S. Wenn es zu einem Kauf kommt, dann schreib doch mal welche es geworden ist.


    Tja, ich fürchte, daß Du dann diesen Thread noch lange im Auge behalten musst :D


    Aber mir wurde gesagt, daß wir seit einem Jahr einen Prospekt von Stahl im Betrieb haben...
    Da kommt aber höchstens die Ti36 in Frage. Bei den Formaten, die wir im Moment verarbeiten, könnten 36cm Einlaufbreite aber schon knapp werden. Da würde ich (von den technischen Daten) die Horizon bevorzugen. Die hat immerhin 40cm. Das sollte eigentlich reichen. Da in unserer Firma aber das Motto "Nix geht über Heidelberg" sehr verbreitet ist, wird's wohl, wenn überhaupt, die Ti36. Und dann darf ich bei über 36cm Einlaufbreite wieder auf unsere Ti40 ausweichen.
    Vermutlich will sich auch keiner außer mir eine Alternative zum Trematen ansehen. "War gut, ist gut, bleibt gut!"
    Dabei würde mich für diese Formate auch ein Flachstapelanleger interessieren, der die Bogen von unten abzieht. Hätte ja auch, wie beim Rundstapelanleger, den Vorteil, daß man ohne Pause produzieren könnte.

    Hätten sie mir gesagt, worum es geht, hätte ich den Scheißjob, ehrlich gesagt, wohl nie angenommen. (Nick Hornby)

  • Es gibt Neuigkeiten zu meinem Thema:
    Die Geschäftsleitung scheint sich allmälich dazu durchzuringen, zu handeln, da wir zuletzt häufiger auf große Aufträge verzichten mussten, da wir sie nicht verarbeiten konnten.


    Es stehen derzeit wohl 2 Alternativen zur Auswahl:
    1.) Umbau/Ergänzung unserer Ti40: Anschaffung einer Stehendbogenauslage und eventuell einem Unterfluranleger.
    2.) Die CAS52 oder die NET52 von MB Bäuerle. Die hatte ich mir auf der DRUPA angesehen und wurde dort auch sehr gut beraten.


    Die Unterfluranleger haben natürlich den Nachteil, daß man sie laufend bestücken muß, da man nicht so hoch vorstapeln kann, wie bei einem Flachstapelanleger.
    Das bedeutet dann (bei hohen Auflagen, hohen Geschwindigkeiten und mit Gummiband zu 50Ex. bündeln), daß man wohl oft mit einer zweiten Kraft an der Maschine arbeiten müsste. Aber die Leute von MB Bäuerle wollten auch noch eine Lösung mit einem Saugkopf ausprobieren. Da bin ich mal gespannt. Meine Vorgaben waren 40cm Einlaufbreite, 6cm Länge wickelfalzen auf 2cm. Wenn sie das zuverlässig zum Laufen bekommen, wird mein Chef vielleicht noch hellhörig.
    Das könnte dann vielleicht doch noch das Aus für unsere 19 Jahre alte GUK sein, auf der man nur noch falzt, wenn man masochistisch veranlagt ist...

    Hätten sie mir gesagt, worum es geht, hätte ich den Scheißjob, ehrlich gesagt, wohl nie angenommen. (Nick Hornby)

  • ...und ich warte!
    Da hab' ich mich wohl doch zu früh gefreut. Bis jetzt habe ich noch nichts wieder von einer neuen Maschine gehört :(
    Dann darf ich wohl nächstes Jahr wohl doch noch das 20jährige Dienstjubiläum unserer GUK feiern :thumbdown:

    Hätten sie mir gesagt, worum es geht, hätte ich den Scheißjob, ehrlich gesagt, wohl nie angenommen. (Nick Hornby)