Goldschnitt mit Goldschnittrolle

  • Moin,
    ich bin nun endlich im Besitz einer Goldschnittrolle. Gestern wollte ich mal einen Testlauf starten und ein gekauftes Fachbuch mit Goldschnitt versehen.
    Dazu habe ich den Kopfschnitt abgeschmiergelt und versucht die Prägefolie (Typ71 metallic) darauf zu bekommen.


    Die Goldschnittrolle hatte eine Temperatur von 120-140 Grad.


    Leider hält die Folie weder auf dem Schnitt, noch auf normalem Papier. Auf Leder ging es reibungslos. Nun habe ich aber auch kein Goldschnittgrund benutzt.


    Woran kann das liegen?
    Ideen:
    - Fehlender Goldschnittgrund
    - Anderes Papier
    - falsche Folie (eher weniger)


    Hat jemand die gleiche Erfahrung gemacht?


    VG
    Jens

  • Hallo Jens,
    ich glaube so einfach geht das mit dem Goldschnitt nicht. Ich selbst habe noch nie einen gemacht, nur darüber gelesen. Ich erinnere mich, dass da was mit Bolus und mit Eiweiß war und viel mit ganz glatt schmirgeln. Kann aber auch sein, dass man das nur für Goldschnitt mit Blattgold braucht. Über Goldschnitt mit Folie habe ich noch nichts gelesen .. bis jetzt ;-)

  • Moin,
    Bolus und die Eiweß/Wasser/Essig-Mischung braucht man tatsächlich bei Goldschnitt mit echten Blattgold. Das bekomme ich mitlerweile hin.
    Die Schnittvergoldung mit Heßprägefolie will ich bei Büchern machen, die für Bekannte sind. Also die nur mal schnell ein schönes Buch brauchen. Die Ledereinbände mache ich weiterhin mit Blattgold ;-)


    Das vorgehen zum Goldschnittmachen habe ich übrigens aus einem Buch von 1870. Diese Bücher sind echt lehrreich. Auch wenn man über so manche Ansicht schmunzeln muss. Wie z.B. dass sich die Frauenzimmer beim Fadenheften gut genug anstellen um ihnen diese Arbeit zu gewähren.... Aber wenn jemand fundiertes altes Buchbinderwissen haben will, kann ich die Antiquarischen Bücher nur emp fehlen ;-)


    VG Jens

  • Moin,
    sorry, hätte ich gleich machen können.


    • Brade - Kersten -> Illustiertes Buchbinderbuch (Erste Auflage 1860 (sorry, nicht 1870))
      Habe die und die 9. erweiterte und verbesserte auflage von 1930


    Dann noch zu empfehlen:

    • Paul Kersten - der Exakte Bucheinband (Dritte Auflage 1920)
    • Paul Adam - Die Kunst des Handvergoldens, der Blinddruck und die Lederauflage (Zweite Auflage 1928)


    Derzeit lese ich von Heinrich Lürs - Das Fachwissend es Buchbinders. Fünfte Auflage 1946 (?)
    Ebenfalls sehr schöne Beschreibungen drin.


    Alle zu bekommen bei ZVAB (teuer, aber ein Seeligkeitsding) oder teilweise als Nachdruck zu 30-40€


    Nur über Lederintarsien habe ich noch nicht wirklich viel gefunden.
    Da muss ich noch mal suchen. Mein erster Versuch ist zwar nicht schlecht
    geworden, aber mit Meistereinbänden nicht zu vergleichen.


    VG
    Jens

  • Achso: Es lag tatsächlich an dem Goldschnittgrund. Habe erfolgreich einen Goldschnitt mit Heißprägefolie und der Goldschnittrolle hinbekommen. Da ich aber ein Provisorium als Goldschnittgrund genommen habe, warte ich nun auf den bestelltenund mache es dann noch mal. So ein paar mal kann man den Buchblock ja beschneiden, bis man an den Heftfaden kommt ;-)


    vg
    jens