Box mit Innenabsatz: Wie mit Papier beziehen - oder unmöglich?

  • Hallo zusammen,


    wie beziehe ich eine Box/Schachtel innen mit Papier, wenn ich einen Absatz habe?


    Das folgende Bild zeigt eine Box, die für die Funktion einen Holzrahmen hat:



    Das ganze ist Teil einer Arbeitshilfe, die ich gerade anfertige - oder vielmehr: anzufertigen versuche ...und jetzt frage ich mich, wie ich das eigentlich mit Papier beziehen kann.


    Ohne Absatz wäre es einfach: Klassische Box/Schachtel.


    Aber mit diesem Holzrahmen/Absatz? Von oben/außen nach drinnen/unten oder umgekehrt... ich stehe gerade auf dem Schlauch, vielleicht ist es auch unmöglich. Da ich den Holzrahmen für die Stabilität benötige, kann ich es auch nicht als Einsatz separat einkleiden und später "einhängen".


    Ich bin für jede Anregung dankbar - vielen Dank fürs Lesen und Mitdenken!


    Viele Grüße,

    falzbein

  • Hallo Falzbein!


    Grundsätzlich geht beides. Den Holzrahmen als ein Teil außerhalb des Kastens zu beziehen ist bestimmt einfacher. Aber Achtung – in den Ecken gibt es einige Lagen an Papier, die übereinander liegen. Ruckzuck ist der Holzrahmen zu groß für den Kasten.


    Ich würde in jedem Fall vier Teile machen. Also für jede Wand eines. Außerdem würde ich beim ersten Versuch reinen Kleister verwenden und nicht das Bezugspapier anschmieren oder zwischen den einzelnen Schritten ausreichend Trocknungspausen einlegen.


    Es funktioniert aber auch mit zuerst eingelegtem Holzrahmen.


    Ein Versuch ist zuerst den Holzrahmen im Kasten zu beziehen. Dann ist das Holz in den Ecken sichtbar. Und danach den oberen inneren Rand bis auf das Holz und damit auch die Ecken des Holzrahmens abdecken. Aber auch hier entstehen in den Ecken einige Lagen Papier und der Holzrahmen ist schnell zu hoch.


    Es geht auch alles auf einmal. Zuerst schneidet man die Seiten in der Breite passend zum oberen Rahmen zu. Dann beginnt man wie beim normalen Kasten unten an einer Seite. Nachdem die erste Seite des Holzrahmens bezogen ist, werden die Enden vorsichtig eingeschnitten. An dieser Stelle würde ich das Bezugspapier trocknen lassen. Nasses Papier in einem Kasten gerade und präzise zu schneiden dürfte nicht so einfach sein. Schneidet man zu wenig ein reißt das Papier später beim Beziehen. Schneidet man zu viel ein, kann das Holz oder die Pappe sichtbar werden. Man macht von der Seite zwei Schnitte die auf der Höhe des Holzrahmens liegen und dann wieder zwei Schnitte an der Position der nächsten Ecke. Theoretisch ist der Abstand zwischen den beiden Schnitten ja die Dicke des Holzrahmens. Dann kann man das Bezugspapier auf der Oberkante des Holzrahmens anreiben. Vielleicht auch vorsichtig ohne Leim. Ist der Kasten immer noch nicht in die Ecke geflogen wird es wieder einfacher. So würde ich zwei gegenüberliegende Seiten beziehen. Und dann mit den letzten beiden Seiten, die ja oben auf dem Holzrahmen als Gehrung (also diagonal) zugeschnitten werden und nur bis genau in die Ecken reichen, versuchen die Fehler zu vertuschen.


    Das ist schon eine ordentliche Aufgabe.


    Klaus

  • Prinzipiell ist fast alles machbar. Buntpapier hat dir ja schon ein paar Varianten genannt.

    Die Frage ist dann, wie viel Aufwand du dafür/ damit betreiben willst.


    Für den Anfang würde ich es beim "nackten" Holzrahmen belassen.

    Im Zweifelsfall könntest du ihn ja auch mit Lasur/ Lack/ Farbe vorm Einbau gestalten.

    Den Boden und die Seitenwände der Schachtel (bis an den Rahmen heran) beziehen und gut ist es.


    Ich habe zwar auch schon diverse Holzleisten bezogen, aber je nach Anwendungsbereich nutzen die sich mit der Zeit auch ab.


    Viel Erfolg beim Werkeln!

  • Ihr Lieben,


    vielen Dank für Ihre Hinweise. Auch wenn ich zuvor nicht zum Antworten kam, habe ich sie gerne gelesen und - soweit möglich - noch einfließen lassen bei meiner Umsetzung.


    Graupappe-l-n : Den Holzrahmen zu lackieren, ist eine gute Idee und werde ich beim nächsten Mal (beim nächsten Mal?) so machen. Das Beziehen des Holzrahmens verursachte mir sehr viel Kopfzerbrechen... und jede Menge Falten, wie das Foto zeigt (obwohl ich den Buchbinderleim unverdünnt ließ). Vielleicht liegt es am Holz selbst: Ich hatte eine einfache Kiefernleiste aus dem Baumarkt verwendet.


    Holzkante mit Elefantenhaut: Blasenbildung!



    Buntpapier : Vielleicht fehlt mir etwas Übung. Das Problem mit den mehrfachen Papierlagen ist das eine, was ich hatte, das Freischneiden der Elefantenhaut das andere... es ist doch arg eng darin. Und da ich von innen/unten nach oben gearbeitet habe, wusste ich nicht, wie ich sicher vorab das Papier vorschneiden konnte:


    Holzkante mit Absatz: Beinahe fertig    Holzkante mit Absatz: Fertig bezogen


    Wie das rechte Bild zeigt, habe ich das Papier bündig abgeschnitten - mit dem Außenpapier habe ich die Oberkante bedeckt und das Papier dann auf der Innenseite auslaufen lassen.


    Im Moment bin ich erst einmal froh, die Arbeit überhaupt abgeschlossen zu haben. Falls ihr noch gute Anregungen habt, immer her damit - ich bin neugeirig. Teilweise waren mir die YT-Videos zum Thema "Clamshell" eine Hilfe. Jedoch ist dieser Zwischenabsatz ein echt nerviges Ding. Für mich als Buchbinderlaie bleibt das eine große Herausforderung...


    Euch einen schönen restlichen Sonntag!


    Viele Grüße,

    Falzbein

  • falzbein ,

    für das nächste Mal rate ich Dir erst die Schachtel außen bis über den Rand und dann die einzelnen Seitenteile des Innenabsatzes zu überziehen. Diese musst Du aber genau anpassen, denn die Länge verändert sich da ja beim Überziehen um die jeweilige Papierstärke die um die schmalen Kanten geht. Die einzelnen Seitenteile klebst du dann erst in den Korpus ein.

    Ich glaube damit tut man sich nicht so schwer.

    Viel Spaß weiterhin.. :-)

    Gruß Papierfrau


    Nachtrag: versuch beim nächsten Mal erst den inneren Boden zu überziehen- mit kleinem Rand der seitlich hoch geht - und dann erst die Seitenteile. Ich glaube, dann tut man sich mit so einem Innensteg auch leichter.