Nach Obi verzichtet auch Rewe auf das gedruckte Prospekt

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  • Hallo liebe Buchbinder und insbesondere Industriebuchbinder (Medientechnologen),


    wie der Titel verrät und ihr sicherlich schon vor ein paar Tagen den Medien entnehmen konntet, verzichtet (...im Sinne der Umwelt) nun auch der Großkonzern REWE (ab Juli 2023) auf das gedruckte Prospekt. Aktuell lässt das Unternehmen laut Print.de heute wöchentlich rund 25 Millionen Handzettel produzieren. Für die Druckereien, die an der Fertigung beteiligt sind, natürlich ein Schlag in die Magengrube.


    Was meint Ihr? Ist der REWE Konzern nur einer der ersten, die auf das gedruckte Medium verzichten und ziehen andere Supermärkte schon bald nach?

    Immerhin habe ich in einem anderen Artikel gelesen, dass Aldi, Lidl und Edeka am gedruckten Prospekt festhalten wollen.

  • Ich glaube die Zukunft der altgedienten, gedruckten Prospekte hängt davon ab, wie erfolgreich die Aktion von Rewe ist. Sollte sich die Abschaffung der gedruckten Werbung sehr negativ auf den Verkaufsgewinn auswirken wird man den Schritt nochmal überdenken bezw. andere Wege gehen. Es könnte sein, dass es ein Nullsummenspiel ist wenn man die Kosten für den ganzen Werbeaufwand und den Kaufverlust gegenrechnet.


    Gruß Papierfrau

  • Vor ein paar Jahren hat Aldi Süd das auch schon einmal probiert. Nach ein paar Monaten gab es wieder einen gedruckten Prospekt - mit einem größerem Umfang...


    Letztlich geht es natürlich nur um Geld - die ganzen Umweltargumente sind vorgeschoben.


    Aber Dr. Flyer - welche Industriebuchbinder haben denn mit Rewe/OBI Prospekten zu tun? Die Teile laufen doch alle inline in der Rolle?! Entweder im Falz geklebt oder rotativ geheftet.

  • Ich glaube die Zukunft der altgedienten, gedruckten Prospekte hängt davon ab, wie erfolgreich die Aktion von Rewe ist. Sollte sich die Abschaffung der gedruckten Werbung sehr negativ auf den Verkaufsgewinn auswirken wird man den Schritt nochmal überdenken

    Danke für deine Einschätzung. Das sehe ich ähnlich wie du. Wie immer geht es in der Wirtschaft meist ums Geld.

    Aber Dr. Flyer - welche Industriebuchbinder haben denn mit Rewe/OBI Prospekten zu tun? Die Teile laufen doch alle inline in der Rolle?! Entweder im Falz geklebt oder rotativ geheftet.

    Oh, man merkt, dass ich schon ein paar Jahre aus der Materie raus bin. Du hast mit Sicherheit recht. "Kleinere" klebegefalzte Auflagen habe ich früher an einer MBO-Falzmaschine produziert. Es gibt aber bestimmt auch Mischbetriebe, oder? Von den Gegenmaßnahmen, die in so einem Fall eingeleitet werden, sind dann ja meist alle Teile der Belegschaft betroffen.


    die ganzen Umweltargumente sind vorgeschoben.

    Sie spielen zumindest die zweite Geige.

  • In der Schweiz wird über eine gesetzliche Änderung diskutiert. Bisher musste man auf seinem Briefkasten "Keine Werbung" hinkleben, wenn man von den Werbeprospekten 'verschont' bleiben möchte. Neu solle es umgekehrt sein, nur wer "Werbung erlaubt" auf dem Briefkasten hat, darf Werbeprospekte erhalten.

    *Wenn ich das richtig verstanden habe. Ist aber erst eine Motion, d.h. noch nicht definitiv.


    Mehr Infos: https://www.viscom.ch/?v=vi&name=news&viewnewsid=1837

  • Ich kann nur dazu sagen , mir sind Prospekte zum blättern lieber und da schaue ich auch rein als erst umständlich ein "Online - Prospekt " aufzurufen .


    Bevor ich das Buchbinden für mich entdeckt habe war ich auch davon überzeugt das Zeitschriften ,Bücher und Prospekte usw. ihre Zukunft in der online Version haben .

    In zwischen habe ich aber festgestellt das es sehr oft Analog also als gedruckte Version große Vorteile mit sich bringt wenn man diese hat.

  • Danke für Eure Meinungen und den interessanten Einblick in die Schweizer Politik. Sicherlich ein schwieriges Thema, mit ganz vielen Argumenten auf jedweder Seite. Da ich sehr lange in der Druckindustrie zu Hause war, zählen für mich die Mitarbeiter der Branche häufig mehr als andere anderen Themen. Gerade in der jetzigen Zeit, wo wir alle mit häufig immensen Preissteigerungen konfrontiert sind, ist es noch wichtiger als zuvor, einen guten und vor allem sicheren Arbeitsplatz zu haben.

  • Ich hab diese Woche von Boesner doch tatsächlich einen richtig dicken Katalog zum blättern bekommen. Da kamen so richtig nostalgische Gefühle bei mir hoch. Ich vermisse das blättern doch schon ganz schön. Das ist beim online schauen ja nicht dabei.

  • Hallo zusammen,


    ich kann gerne auch noch einen Input dazu liefern. Ein guter bekannter von mir untersucht die Wirkung von Werbung auf Kunden. Seine Ergebnisse geben ein interessantes Bild zu dem Themenkomplex Printwerbung versus Digitalwerbung.

    Ob das eine oder das andere eine höhere Reichweite hat, hängt hauptsächlich von folgenden Faktoren ab: a) Branche, b) B2B oder B2C, c) Art des Produkts (Konsum, Investment, etc) und c) die Zielgruppe und hier insbesondere die Altersgruppe.

    Es zeigt sich speziell, dass die jüngeren Generationen (Z und jünger) auf Printmedien weniger ansprechen als das im unserem Generationen noch der Fall war.

    Entsprechend wird, tendenziell, das Printmedium aus der Werbung über kurz oder lang sicher weniger. Zusätzlich bringt der Umweltschutzaspekt noch mehr fährt rein.

    Und wie ihr schon richtig geschrieben habt: die Privatwirtschaft ist nicht die Caritas. Frei nach Gutenberg (dem Wirtschaftswissenschaftler): das oberste Ziel eines Unternehmens ist die Maximierung des Gewinns.