Sonntag 14 April 2024

Verlagsdecken

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  • Hallo zusammen,
    ich lese seit einer Weile ab und zu hier mit. Toll, dass es so ein Forum gibt.
    Heute hab ich dann auch mal eine Frage an die Kollegen.
    Dass Verlagsdecken nie so richtig passen, ist klar und meistens bekommt man die Buchblöcke irgendwie rein, aber heute flatterte mir die 'Monatsschrift Deutsches Recht 2014' in die Werkstatt. Das geht ja mal gar nicht. Der Rücken ist trotz Fadenheftung ca. 5 mm zu breit. Wie löst ihr Sowas? Vielleicht liegt die Lösung nah und ich steh nur auf dem Schlauch?
    Wer sitzt da eigentlich in den Musterabteilungen der Großbuchbindereien? Wird da die Rückenbreite jedes Jahr ausgelost, oder gibt es eine logische Erklärung?


    Ratlose Grüße in die Runde und schon mal Danke fürs Nachdenken!

  • Hallo Richtownbooks,
    also um 5mm zu breiter Rücken ist schon etwas heftig. Obwohl mir als Restauratorin für gewöhnlich keine rohen Verlagsdecken auf den Tisch kommen, öffne ich trotzdem meine Trickkiste. Vielleicht ist ja etwas Passendes für das Problem drin.
    1. Im Verlag anfragen, ob es auch passende Einbanddecken dazu gibt.
    2. Falls die Buchblocks dick genug sind: die Rückenrundung so übertreiben, dass die Rückeneinlage wieder passt. ( sieht zwar bescheuert aus, aber was soll's)
    3. Einbandmaterial komplett runterziehen und neue Decke machen.
    4. nochmal heften mit ganz dickem Zwirn oder hinten leere Lagen mit- bzw. anheften.
    5. Für denn Fall dass 3. und 4. nicht klappt: die Einschläge rundum hochziehen, die Rückeneinlage bis auf eine dünne Schicht abziehen oder vorsichtig um 2,5 mm auf jeder Seite kürzen ( .. und dabei nicht durch das Einbandmaterial [lexicon]schneiden[/lexicon]!!). Somit hat man sehr breite Fälze welche die Deckel nach vorne bringen und es entsteht eine ca. 5mm breite Vorderkante. Darum löst man das Einbandmaterial etwas um die Vorderkante und vom Deckel, kürzt den Deckel und klebt dann alle Einschläge rundum wieder fest.
    Was bleibt sind sehr breite Fälze.
    Das klingt kompliziert und abenteuerlich funktioniert aber bei den meisten Einbänden aus Leinen - aber nicht bei allen aus Papier.


    Gruß Papierfrau


    In den Musterabteilungen der Großbuchbindereien sitzen (auch) Lehrlinge .....

  • Hallo Buntpapier!


    Bei der NJW hat sich nichts geändert ;o)


    Hallo Papierfrau!


    Die Anfrage beim Verlag kommt bestimmt jedes Jahr tausendfach...
    Aber die restlichen Ideen find ich sehr interessant. Über das Anheften leerer Lagen hab ich auch schon nachgedacht, aber ich denke, ich werd versuchen, den Rücken zu verschmälern und vorn zu kürzen. Alles Andere sieht vermutlich, wie du sagtest, bescheuert aus.
    Zu den Musterabteilungen: Mag ja sein, dass da (auch) Lehrlinge arbeiten, aber das muss (oder sollte) doch nochmal jemand kontrollieren? Da werden ganze Buchbindergenerationen in den Wahnsinn getrieben... ;o)


    Also nochmal vielen Dank für die Antworten und Tipps!


    Einen schönen Abend euch.

  • Hallo Leute,


    ich fühle mit euch, da ich nach Feierabend im Nebengewerbe auch noch eine kleine Handwerks Buchbinderei betreibe kommen mir auch immer wieder solche Schmankerl unter. Wenn ich sowas vor mir liegen habe blutet mir immer das Herz da ich ja immer bestrebt bin eine saubere Arbeit abzuliefern und sowas ja von vornherein nichts gescheites mehr wird.


    Bei der NJW glaube ich schon fast das die eine Verschwörung mit den Messerschleifern haben da die immer wieder ihre Vorläufe am [lexicon]Sammelhefter[/lexicon] nicht in der Heftmitte haben so das man die dritte nicht auf anhieb Klammer sieht! Was man dann erst merkt wenn man den Rücken aufschneidet. :evil::D


    LG