Sonntag 14 April 2024

Robinson kann seine Geschichte neu erzählen

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  • Endlich, nach gefühlt unendlichen Stunden, habe ich gestern den Robinson fertiggestellt.

    Am Ende, beim Erstellen des Einbandes aus alten und neuen Materialien, kam ich an meine Grenzen.

    Aber nun ist mein Werk getan und ich bin recht zufrieden.

  • Hallo, danke für das Lob.

    Es ist das erste seiner Art, das ich repariert habe.

    Wenn ich bedenke, das ich noch nicht sooo lange dabei bin, bin ich ganz zufrieden... .


    Gerne, ich hoffe, das demnächst noch mehr kommt.


    Viele Grüße,

    Jörg

  • Doktor Flyer

    Hat das Label Projektvorstellung hinzugefügt
  • Na, ja. Diese blöden Drahtklammern sind weder für's Buch noch für die Finger gut. Es ist einfach minderwertig. Eben gruselig!


    Es ist schön wie Du die Teile der alten Decke wiederverwendet hast. Ich habe die Deckel oft einfach als Ganzes in Wasser gelegt. Der alte Klebstoff löst sich meistens komplett auf. Dann kann man den alten "Bezugstoff" (bzw. Papier) gut für neue Halbleinendecken mit Ecken verwenden. Oder als Titelbild in eine Decke einlegen.

    Auf dem 6. Bild, auf dem man den Buchblock mit dem Kapitalband gut sehen kann, sieht man auch die recht hohe Steigung. Hast Du das gemacht, damit der Buchblock wieder mit der gleichen Steigung (Dicke) in die Decke passt? Für ein normales Buch wäre die Steigung schon mehr als genug.

    Es sieht alles sehr gut aus.

  • Moin Klaus,

    jetzt verstehe ich, was gemeint war.

    Einige der Klammern begannen in der Tat Verbindungen mit dem Papier einzugehen.

    Ich wußte nicht, daß das geht. Diese Art der Heftung begeistert mich nicht.

    Den Tipp mit dem Wasser werde ich mir merken.

    Nachdem ich den Buchrücken mit Leder bezogen, in den Einband integriert und mit dem Buchblock verleimt hatte, hat sich diese Steigung so ergeben.

    Jetzt, nach fünf Tagen ohne Gewichte, scheint sie herauszuwachsen.


    Viele Grüße,

    Jörg

  • Guten Morgen Jörg!

    Der Tipp mit dem Wasser funktioniert aber nur bei alten Büchern. Bei Exemplaren nach dem zweiten Weltkrieg nehmen die auf Kuststoffen basierenden Klebstoffe zu. Das muss dann nicht immer funktionieren. Heute wird es wohl keine einfach mit Wasser löslichen KLebstoffe mehr geben.

    Für den Buchrücken gibt es unterschiedlich dicken Faden. Wenn die Steigung nicht so groß ist, wird die Verarbeitung des Buchblocks auch einfacher. Soll ein Buchblock nicht abgepresst werden, kann man am Anfang zu dünnen Faden nehmen. Man hat ja keine Erfahrung. Dann wird das Buch zwar nicht so rund, aber ist beherrschbar.

  • Moin Klaus,

    gegen keine Erfahrung gibt es das lernen😉.

    Ich bin verstehe zum.Bespiel nicht, wann ich am besten welche Fadenstärke nehme?

    Ist das von der Stärke der verwendeten Bögen abhängig?


    Was die Stärke, Steigung und einfachere Verarbeitung des Buchblockes angeht, macht das, was Du geschrieben hast, Sinn.

    Manches denkt man sich ja selber, aber die Bestätigung im Austausch zu erhalten, hilft schon sehr.


    Das Thema des Klebens ist ja sehr komplex.

    Papier und Buchbinderklebstoffe sind eine ganz neue Erfahrung für mich.

    Für dieses Buch habe ich Planatol BB Superior verwendet und bin sehr zufrieden damit.

    Ich bin sehr gespannt, was es da noch für Klebstoffe und Ihre Verwendung gibt, bzw. was ich darüber lernen kann.


    Viele Grüße,

    Jörg

  • Hallo Jörg!

    Wenn ich mir nicht sicher bin nehme den dünneren Faden meiner Wahl. Wenn es dann zu wenig Steigung ergibt weiß ich für das nächste Mal welcher Faden für die Art und Menge Papier und die Anzahl der Lagen gut gewesen wäre. Man braucht einfach Erfahrung. Das wird schon.


    Im Grunde gibt es drei Gruppen von Klebstoffen.

    Die meisten benutzen für die normalen Buchbindearbeiten Planatol BB oder vergleichbares und sind damit zufrieden. Ich mache fast alles damit. Diese Art Klebstoffe kleben Papier, Pappe, Stoff und viele andere Materialien mit offener Oberfläche sehr gut. Sie haben eine relative kurze offene Zeit. Das heißt, sie binden schnell ab und dann kann man nichts mehr verschieben.

    Für Kästen und das Einschlagen von Leder im Bereich des Kapitalbands ist Kleister oft besser. Kleister hält nicht so gut wie zum Beispiel Planatol BB, ist wasserlöslich und hat eine lange offene Zeit. Die lange Zeit bevor der Kleister wirklich abbindet hilft enorm wenn man Sachen nach dem auflegen noch verschieben will. Kästen innen auskleben nur mit Kleister.

    Man kann Plantol BB oder ähnliches auch mit Kleister mischen. Dadurch bekommt etwas weniger Haltbarkeit, aber eine längere offene Zeit.

    Die dritte oft verwendete Sorte ist bedingt durch die moderne Zeit des Kunststoffs. Wenn man zum Beispiel Bezugstoffe mit glatten Oberflächen aus oder mit Kunststoff verkleben muss, funktioniert Planatol BB nicht mehr wirklich dann gibt es besondere Klebstoff.

    Bewußt weggelassen habe ich hier die vielen Klebstoffe der industriellen Buchfertigung. Da kommen in der Regel andere Verfahren und ander Klebstoffe zum Einsatz.

  • Das mit dem "Buchdeckel als Ganzes ins Wasser legen" hat aber auch bei alten Büchern so seine Tücken. Manche dieser wunderschönen, bedruckten Leineneinbände aus der Kriegs- bezw. Nachkriegszeit sind mit einer wasserlöslichen Schicht versehen und diese löst sich dann wunderbar mit - und weg sind Titelprägung Farbe u.s.w und übrig bleiben ein paar locker gewebte Fäden!

    Ich versuche immer erst die obere Schicht - eventuell auch mit einer Schicht von der Pappe trocken abzuziehen. Wenn die Einbanddeckel lose sind kann man auch von der Innenseite her erst die Pappe mit Wasser anlösen und schichtweise abziehen. Mühselig zwar, aber bei den meisten funktioniert das ganz gut.

  • Papierfrau


    Dieses "Problem" hatte ich stellenweise auch. Also das sich das "Einbandmaterial" von der Pappe ohne Hilfe ablöste.

    Ich habe die entsprechenden Stellen mit Planatol verleimt und die Stellen, an denen die Pappe faserig zu werden drohte, wiederholt mit Planatol bestrichen, damit es wieder hielt.

    Hätte es noch andere Möglichkeiten gegeben?

    Einmal editiert, zuletzt von bogner ()

  • @bogner,

    es gibt noch die Möglichkeit fasrige, weiche Pappe mit Heißleim (Knochenleim) oder Heißleim mit Kleister gemischt zu festigen... das wird aber dann richtig *bockelhart*. Beim Planatol bleibt sie elastischer.

    Buntpapier,

    ja, hast Glück gehabt! Mir ist nur einmal eine völlige Auflösung passiert.. seitdem teste ich vorher und agiere dann entsprechend.

  • Papierfrau

    Jetzt wird es interessant - den Kleister aus Weizenstärke kannst Du dann auch überlängere Zeit aufbewahren?

    Gibt es ein Rezept dafür?

  • Kleister ist mein Lieblingskleber weil das einfach so lange bearbeitbar bleibt.

    Ich koche den klassisch, also vorab die Stärke ( wenn du kriegst Weizenin, der ist aus Weizen, geht aber jede Art von Stärke) in einem Esslöffel kaltem Wasser anrühren und das dann in kochendes Wasser einrühren und aufkochen lassen wie bei Pudding.

    Stets rühren!

    Es sollen sich keine Klumpen bilden, genau wie beim Pudding.

    Dann abkühlen lassen und immer wieder umrühren dass sich keine Haut bildet.

    Hält im Kühlschrank max. 1 Woche, drum mache ich mir immer nur 1 Senfglas voll. Dazu reichen 2 Teelöffel voll Stärke.

    Wenn du das 2 mal gemacht hast, kommst du drauf wie stark du verdünnen musst.

    Das schöne ist, dass der Kleister fast auf nichts Flecken macht.

    Der Planatol schon, da muss man viel mehr aufpassen. Leder klebe ich ausschliesslich mit Kleister.

  • Moin Theo,

    das ist mehr Info, als ich zu hoffen gewagt hatte, danke schön.

    Ich werde es beim nächsten Buch gleich mal ausprobieren😇

    Viele Grüße,

    Jörg

  • jep, genau so wie Theo das beschrieben hat.

    Du kannst aber auch das Pulver gleich ins kalte Wasser rühren und dann unter Rühren aufkochen lassen ( so kann man Pudding auch machen).

    Wenn Du den Kleister unbedingt konservieren willst, dann kannst aus der Kosmetikindustrie etwas Nipagin und Nipasol (3:1) unterrühren, aber unbedingt muss das nicht sein. Auch das Anrühren mit destilliertem Wasser erhöht die Haltbarkeit.