Beiträge von Buntpapier

    Und die guten Vorsätze nicht vergessen. Ich habe mich in diesem Jahr mit einer kleinen Buchbinderwerkstatt beschenkt und habe den Vorsatz mich jede Woche einen Tag dem Papier hin zu geben.

    Allen alles Gute für 2022, bleibt gesund und genießt das Leben!

    Klaus

    Auch die besten Wünsche von mir an alle hier im Forum.

    Ja, die Zeit ist etwas schwierig. Ich habe jedoch auch viel Nachbarschaftshilfe und gegenseitge Anteilnahme gesehen. Das hat mich sehr berührt.


    Allen eine schöne Zeit, etwas Ruhe und genießt das Leben!

    Klaus

    Hallo!

    Das sehe ich auch so.

    Der Artikel stammt von einem Maschinenhändler. Schwer zu sagen wieviel Dichtung und Wahrheit ist. Aber grundsätzlich gebe ich Dir Recht. So etwas ist ab zu sehen. Diese Sache "Fachkräftemangel" finde ich sowieso sehr fragwürdig. Mit Ausbildung und Bezahlung kann man bestimmt viel erreichen. Vielleicht gibt es auch weitere Gründe die im Artikel nicht auftauchen. Man kauft einen Klebebinder nur wenn man auch Kunden hat. Und wenn dann Kunden wegbrechen wird's eng.

    Klaus

    Oh, Entschuldigung. Die Wortwahl war wirklich sehr dummt. Ein Bezugsstoff ist bei den Buchbindern etwas womit man bezieht. Das muss nicht Stoff sein. Im Grunde ist es meistens und in diesem Fall sowieso Papier, sorry.

    Ich habe ganz normales A3 (oder größeres) 80g Druckerpapier verwendet. Zum Beispiel mit einem Deskjet 1220 und etwas Mogeln kann man sehr einfach Bezugspapiere auch für DIN A4 große Bücher erstellen.

    Die Folie ist eine Buchschutzfolie von der Firma Neschen. Ich denke das ist etwas aus der Produktgruppe Filmolux. Am Montag fahre ich zum Buchbindereibedarf nach Köln. Wenn ich eine neue Rolle bekommen kann, kann ich den Rest hergeben. Die Rolle ist 34 cm breit und der Rest wird etwa 80 cm lang sein. Das reicht zum Üben. Aber bitte bedenken, das diese Folien einen sehr sauberen Plastikeindruck hinterlassen. Das hat eigentlich nichts mit traditioneller handwerklicher Buchbinderei zu tun.

    Das mit dem Lernen ist immer und überall. Ich beginne jetzt nach 30 Jahren Pause wieder neu. Da sind nur noch das Gefühl und eine nebulöse Ahnung vorhanden. Aber wie das alles noch genau funktioniert hat - oooh jeee.

    Viel Spaß und viel Glück

    Klaus

    Hallo MexCrane!


    Zuerst ein herzliches Willkommen hier im Forum.

    Jeder Buchbinder war irgendwann Anfänger. Du hast also schon fast das gesamte Rüstzeug zum Profi.


    Für den Titel gibt es verschiedene Alternativen.

    Beginnen wir vorn:

    Wenn ich alte Bücher repariert habe, habe ich meistens versucht die alten Buchdeckelbezüge irgendwie abzulösen, nach Gefallen beschnitten und dann (am besten etwas vertieft) auf eine Ganzleinendecke geklebt. Das war für der billigste und einfachste Weg. Später habe ich Fachbücher geschrieben, gedruckt und gebunden. Hier hatte ich eine größere Gestaltungsfreiheit. Ich habe mit einem A3-Drucker meinen Bezugsstoff für die Decke gedruckt und dann das Papier mit dünner klarer Neschelfolie bezogen. Für ein Fachbuch war das gut. Für einen Roman hat das wahrscheinlich etwas zu viel Kühlschrankcharakter. Man kann aber auch zu einem Buchbinder gehen und ihn bitten einen Titel auf die fertige Decke zu prägen.

    Dann hinten:

    Auf dem Buchrücken wird bei den Buchbindern in der Regel entweder ein Schild aufgeklebt, oder der Titel dierekt auf die Decke geprägt.

    Dann die Fertigkeiten / Arbeitsgänge:

    Einlegen

    Einlegen kann man ganz einfach in dem man die Pappe für die Decke aus zwei Schichten zusammenklebt. Die Äußere Schicht bekommt ein nicht zu kleines Fenster / Tasche für z. B. das Schild. Man kann ein Schild mit einem handelsüblichen Drucker erstellen, direkt aufkleben oder erst mit Klarsichtfolie oder Klarlack aus der Sprühdose schützen. So könnte man auch ein großes eingelegtes Schild für den Buchdeckel anfertigen. Man kann aber auch vieles andere aus allerlei verschiedenen Materialien einlegen, dabei kann dann der Deckel schnell dick und vielleicht etwas wuchtig werden. Einlegen eignet sich nicht sonderlich gut für den Buchrücken. Es sei denn der Rücken ist gerade und die Einlage ist steif, und, und ......

    Aufkleben

    Ein gute Alternative ist das nicht eingelegte aufkleben eines Schildes oder so. Dann sollten man das Schild gut anleinem (aber nicht zu nass) und sehr gewissenhaft an den Kanten (am Besten mit einem Blatt Papier dazwischen) anreiben. Denn die Kanten des Schildes sollen ja nicht aufgehen und der Leim soll nicht heraus quillen. Dieser Weg funktioniert auch auf dem Rücken.

    Prägen

    Ich hatte oben schon erwähnt, dass prägen eine feine Sache ist. Da die Geräte und vor allen Dingen die Schriften für einen Hobby-Buchbinder wirklich zu teuer sind, bekommen die verbliebenen Handwerksbuchbinder oft Besuch. Man gibt die Schriftgröße, den Schrfittyp und die gewünschte Position an und einige Tage später ist die Decke nicht mehr "blind", also dann mit Titel. Je nach Ausstattung der Buchbinderei gibt es auch Zierelemente und andere schöne Dinge. Das kann schon beim Aussuchen eine wahre Freude werden. Bei den Prägefolien gibt es sehr viele Farben, die aber selten verfügbar sind. Denn ein Buchbinder kauft sich ja nur die Farben, die er regelmäßig verkaufen kann. Und dass ist gold und gold und gold. Na ja es gibt auch schon noch anderes wie blau, rot, gelb grün, silber, etc. Aber da kann man ja fragen.

    Soweit die Techniken die ich kenne. Natürlich gibt es auch noch anderes wie schnitzzen, brennen, malen, batikenund vieles mehr. Aber das war hoffentlich nicht die Frage.

    Und noch eines. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

    Klaus

    Hallo Gerrard!

    Bogen sind bei den Buchbindern so ziemlich das Gleiche wie Blatt oder Streifen. Es ist immer ein Stück Papier. Ein Bogen ist meist größer als ein Blatt, muss aber nicht. Ein Streifen ist ein schmaler Bogen.

    Die Falzmaschinen sind schon recht genau. Ich würde Tolleranzen von einigen Zentelmillimeter als normal betrachten. Es wird ja nicht das einzelnne Produkt, sondern eine Menge (z.B. hundert Stück) zusammen beurteilt.

    Einfach Muster zu Herzog und Heimann schicken oder mitnehmen und dort fragen ob eine Maschine das kann. Man kann auch einen Stapel (sollten einige hundert Streifen sein) zum Ausstellungsraum nehmen und dort die Sache mit Hilfe der Vorführer ausprobieren lassen. Solche Maschinen arbeiten recht schnell. Da werden schnell hunderte bis tausende der Streifen pro Stunde gefalzt.

    Viel Glück

    Klaus

    Na, ja .......

    Von meiner Seite wäre es kein Problem diese Idee zu unterstützen. Damit wären wir schon zwei .....

    Ich denke die Forumsmitglieder werden sehr verstreut leben und nicht jeder ist bereit hunderte Kilometer für ein Treffen auf sich zu nehmen.

    Vielleicht könnte man etwas Interesse wecken in dem man ein Treffen mit etwas wie Fortbildung, bzw. aktivem Erfahrungsaustausch erweitert.


    Mal sehen welche Reaktionen es sonst noch so gibt.

    Klaus

    Immer wenn ich das Datum 1850 und später sehe denke ich an die ersten Bücher aus Holzschliff. Das Papier aus der Anfangszeit des Holzschliffs ist extrem brüchig. Die Blätter sind hart und unbiegsam. Der Knochenleim macht es nicht besser. Oft sind die Buchdeckel aus Strohpappe. Und das Zeug macht seinem Namen alle Ehre. Das ist noch richtiges Stroh. Ich habe wann immer es ging einen großen Bogen um diese Bücher gemacht.

    In meiner Lehre habe ich für einen Kunden viele Märchenbücher aus der Zeit repariert. Man konnte die Buchdeckel ins Wasser legen und nach einigen Stunden hatte man das alte Vorsatzpapier, die aufgequollene Strohpappe und den Bezug einzeln und von allein fein säuberlich getrennt. Oft habe ich neue Pappen zugeschnitten und konnte den Bezug wieder verwenden. Ich habe die Pappen zuerst mit etwas farblich passenden bezogen und dann den alten Bezug wieder aufgeklebt. Restaurieren ist das aber nicht. Das ist dann reparieren.


    Das wird bestimmt eine Geduldsarbeit.

    Klaus

    Hallo!


    Otto Wächter - "Restaurierung und Erhaltung von Büchern" gibt es bei Booklooker.de ab 15 Euro. Das kann kein Fehler sein. Da kann man auch Wünsche an geben und falls ein Buchtitel zu haben ist bekommt man eine Mitteilung.


    Das was ich zum Thema Restaurierung gelernt habe ist ein ähnlicher Eindruck. Wahrscheinlich ist das Thema zu groß um es in ein Buch zupacken. Mein Grenze war dann auch die handwerkliche Aufarbeitung von alten Büchern. Das hat aber nichts mit Restauration zu tun. Wenn man sich wirklich mit Restauration beschäftigen will wird es dann sehr schnell schwierig.

    Die Materialkunde ist sicherlich ein großes Thema.

    Nur die Restauration von Papier wird schon einige Bücher (anfasern, spalten, basische Bäder, etc.) füllen. Zum Beispiel Wächter

    Dann gibt es bestimmt Informationen zur Restauration und das Färben von Leder. Zum Beispiel bei http://www.lederpedia.de

    Und nicht zu vergessen sind die Richtlinien zur Gestaltung.

    Dann das Wissen um die Handwerks- und später Maschinentechniken der einzelnen Epochen.

    Ja und etwas weiters wichtiges sind noch unsere kleinen Freunde wie Schädlingsbefall und Schimmel.

    Für all diese Bereiche gibt es Bücher. Aber ich kenne kein Buch das dass alles umfassen würde. Die Zimmerleute habe es da einfacher. Es gibt sehr viel Dokumentation zu den alten Techniken. Bei den Möbeln zum Beispiel, gibt es auch viele Bücher. Aber! Diese Bücher (oder auch die Filme auf Youtube) zeigen nur klitzekleine Teilbereiche des Themas. In der Malerei gibt es ein Buch, das zu mindest einen großen Bereich abdeckt. Kurt Wehlte - "Werkstoffe und Techniken der Malerei". Dieses Buch wird nicht nur von Malern geschätzt. Sein Wissen um historische Farben wird in vielen Bereichen der Restauration genutzt und ist der Standard schlecht hin.

    Aber bei den Buchbindern ... Vielleicht weiß unsere Papierfrau etwas?

    Nicht wirklich hilfreich sind aus unserer Sicht die "Blaubeurener Empfehlungen". Aber sie zeigen was man von außen betrachtet unter Restauration versteht.

    https://www.landesarchiv-bw.de…/weber_1992_blaubempf.pdf


    Viel Erfolg

    Klaus

    Den Abstand zwischen den Kartenteilen würde der Kunde bestimmen. Einige Millimeter erscheinen mir zu gering. Unter einem Zentimeter würde ich es nicht versuchen. Du musst bedenken, dass es bei einer Karte doch einige Knicke geben wird. Die ersten Knicke tragen nicht so sehr auf. Wenn man dann aber quer knickt wird das ganze Material stark auftragen. Und die Idee ist ja eben nicht das Papier zu knicken. Also braucht man Platz zwischen den Papierstücken.

    Stoff dehnt sich auch- Aber entgegengesetzt zum Papier. Stoff wird in einer Richtung kleiner wenn er feucht wird. Theoretisch kann man auch genau sagen welche Richtung das ist. Dann muss man aber sehen können was Kette und was Schuss ist. Mit der Webkante kann man das leicht bestimmen. Weiß man wie der Stoff gefertigt wurde kann man messen, feuchten und wieder messen. Für Karten aufziehen ist das aber viel zu theoretisch. Das Dehnen wird man fast nicht merken. Ich würde das vernachlässigen.

    Klaus

    Hallo Herr Friedrich Hattendorf!


    Zuerst ein herzliches Willkommen im Buchbinderclub!


    An die Wanderkarte erinnere ich mich sehr gut. Der Seniorchef rief mich gleich als der Kunde gegangen war. „Komm Klaus, das musst Du sehen.“ Er nahm die Karten des Kunden, faltete sie auseinander, legte sie auf die Pappschere und begann munter die Karte in gleichgroße Rechtecke (etwa in DIN A5 Größe) zu zerschneiden. Dabei beachtete er genüsslich mein Gesicht. Ich Stand wie versteinert neben ihm und wusste nicht ob ich entsetzt oder besser fragend dreinschauen sollte. Zuerst schnitt er die Streifen ab und dann die einzelnen kleinen Stücke. Danach drehte er den Stapel um, nummerierte die einzelnen Stücke und hielt sie mir hin. Dann lachte er sich eins und sagte: „Das wird eine Wanderkarte.“ Das Entsetzen war wohl aus meinem Gesicht verschwunden, aber der fragende Gesichtsausdruck war mir noch anzusehen. „Ich zeige dir wie das geht. Das ist total einfach.“ Dann ist er verschwunden und kam mit einer großen Rolle schwarzem Stoff wieder. Der Stoff wurde auf dem Tisch ausgerollt und die Kartenstücke mit etwa 2 cm Abstand auf den Stoff gelegt. „Siehst Du? Die Kartenstücke werden nur aufkaschiert und dann kann man die Karte an den Stegen einfach knicken ohne das die Karte leidet.“ Einfach aber gut, dachte ich. So habe ich meine erste und einzige Wanderkarte gesehen.


    Ich glaube im Buch „Sonderarbeiten des Buchbinders“ von Fritz Wiese gibt es eine kurze Beschreibung. Aber ich finde das Buch nicht mehr. Wer weiß wo es sich versteckt. Ich werde wohl doch alt.


    Ich würde einen schweren schwarzen Baumwollstoff probieren. Wir haben die Kartenstücke damals nicht dehnen lassen. Anschmieren, schnell auf den Stoff legen und anreiben. Danach beschweren und trocknen lassen.


    Klaus

    Hallo!

    Ein Locheisen hat die Schräge / Fase der Schneide außen. Dadurch entsteht eine Materialverdrängung und oft auch Beschädigung in dem Teil das man schön haben möchte. Besser wäre ein Werkzeug mit der Schräge innen. Das heißt dann Locheisen mit Negativfase oder Rundlochstanzeisen. Ich kann wirklich nicht sagen wo es derartige Locheisen mit der Schräge innen gibt. Es gibt diese Eisen ganz sicher. Die Leute die einzelne Dichtungen für Motorenrestaurierungen machen besitzen so etwas.

    Deshalb würde ich einen Papierbohrer versuchen. Da gibt es verschiedene Techniken. Papierbohrer werden normalerweise mit einer Bohrmaschine in einen Papierstapel gedrückt. Es gibt aber auch für wenige Blätter einfache Werkzeuge. Bei Schmedt in Hamburg gibt es so etwas.

    https://www.schmedt24.de/produ…ueller-papierbohrer-griff

    Ich habe aber keinerlei Erfahrung mit diesen einfachen Werkzeugen. Das wird auch nichts besonderes sein. Der Preis sagt schon alles.

    Wenn man das Bild vergrößert kann man sehen, dass die Bohrer die Schräge innen haben.


    Klaus

    Hallo Thomas!


    Das sehe ich auch so. Wer weiß was die intern verzapft haben. Vielleicht gab es beim Druck auch Sammelbogen, die zu unterschiedlichen Werken gehörten, aber in der Auflagen gleich waren. Im Jahr 1926 war es mit der Industrialisierung schon recht weit gekommen. Die Arbeitsabläufe waren sicherlich nicht sehr unterschiedlich (wenn man mal die Automatisierung außer Acht lässt) von dem was heute läuft.

    Klaus

    Hallo Falzbein!


    Grundsätzlich geht beides. Den Holzrahmen als ein Teil außerhalb des Kastens zu beziehen ist bestimmt einfacher. Aber Achtung – in den Ecken gibt es einige Lagen an Papier, die übereinander liegen. Ruckzuck ist der Holzrahmen zu groß für den Kasten.


    Ich würde in jedem Fall vier Teile machen. Also für jede Wand eines. Außerdem würde ich beim ersten Versuch reinen Kleister verwenden und nicht das Bezugspapier anschmieren oder zwischen den einzelnen Schritten ausreichend Trocknungspausen einlegen.


    Es funktioniert aber auch mit zuerst eingelegtem Holzrahmen.


    Ein Versuch ist zuerst den Holzrahmen im Kasten zu beziehen. Dann ist das Holz in den Ecken sichtbar. Und danach den oberen inneren Rand bis auf das Holz und damit auch die Ecken des Holzrahmens abdecken. Aber auch hier entstehen in den Ecken einige Lagen Papier und der Holzrahmen ist schnell zu hoch.


    Es geht auch alles auf einmal. Zuerst schneidet man die Seiten in der Breite passend zum oberen Rahmen zu. Dann beginnt man wie beim normalen Kasten unten an einer Seite. Nachdem die erste Seite des Holzrahmens bezogen ist, werden die Enden vorsichtig eingeschnitten. An dieser Stelle würde ich das Bezugspapier trocknen lassen. Nasses Papier in einem Kasten gerade und präzise zu schneiden dürfte nicht so einfach sein. Schneidet man zu wenig ein reißt das Papier später beim Beziehen. Schneidet man zu viel ein, kann das Holz oder die Pappe sichtbar werden. Man macht von der Seite zwei Schnitte die auf der Höhe des Holzrahmens liegen und dann wieder zwei Schnitte an der Position der nächsten Ecke. Theoretisch ist der Abstand zwischen den beiden Schnitten ja die Dicke des Holzrahmens. Dann kann man das Bezugspapier auf der Oberkante des Holzrahmens anreiben. Vielleicht auch vorsichtig ohne Leim. Ist der Kasten immer noch nicht in die Ecke geflogen wird es wieder einfacher. So würde ich zwei gegenüberliegende Seiten beziehen. Und dann mit den letzten beiden Seiten, die ja oben auf dem Holzrahmen als Gehrung (also diagonal) zugeschnitten werden und nur bis genau in die Ecken reichen, versuchen die Fehler zu vertuschen.


    Das ist schon eine ordentliche Aufgabe.


    Klaus

    Hallo Thomas!


    Herzlich willkommen im Buchbinderclub!


    Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Ich habe ja etwas mehr als zwei Bücher und da fällt schon auf, dass die Verlage in den jeweiligen Epochen (!) sehr unterschiedliche Arbeitsweisen hatten.

    Ich kenne keine Regel, die beschreibt wie (sagen wir) die ersten Seiten des Buches zu gestalten sind. Ich glaube früher gab es da eher eine etwas gleichere Vorgehensweise.

    Heute macht jeder was er will. Impressum, vorn, hinten oder gar nicht. Inhalt vorn, hinten oder gar nicht. Buch mit Rand, meistens fast kein Rand oder gar keiner. Alles geht heute.

    Aber vielleicht muss man auch sehen, dass Bücher früher ja auch ungebunden verkauft wurden. Das Buch wurde zuerst gelesen, kam dann zum Buchbinder und zum Schluss ins Regal. So etwas wie Schmutztitel (was ja wohl ein Schutztitel vor dem Binden war) gibt es sowieso nicht mehr. Das kostet nur Geld.


    Lange Rede gar kein Sinn – ich habe keine Ahnung


    Zu den Signaturen habe ich gelernt, dass sie rein der Organisation im Verlag oder der Druckerei dienen. Vielleicht hatte der Hersteller andere interne Regeln. Vielleicht hat sich auch einfach nur jemand vertan???


    Die nächste Frage, die sich mir aufdrängt, ist das Warum? Entschuldigung, ich bin sehr praktisch veranlagt.

    Ich lese ein Buch und behalte die Geschichte, den Sinn, die Lehre daraus im Kopf.

    Sollte ich für jemanden ein Buch reparieren, kann ich nur das verarbeiten, was ich bekomme. Und das dann die Seitenzahlen wichtig sind, kann ich mir bei dem Niveau der Frage eigentlich gleich sparen.


    Vielleicht verstehe ich auch die Frage nicht ganz.


    Klaus

    Ich habe mir die beiden hier vorgeschlagenen Bücher besorgt und mal so grob durchgesehen.


    Papierfrau

    Das Buch "Schachtel, Mappe, Bucheinband" von Franz Zeier ist sehr gut. Mir gefällt es besonders, dass die Beschreibungen der einzelnen Arbeitsgänge sehr detailiert beschrieben und und bebildert sind. Damit kann ein Leihe sehr weit kommen.


    Graupappe-l-n

    Das Büchlein "Mappen, Alben, Buchkassetten" von Hedwig Müller. Ist auch gut. Es ist preisgünstiger, dafür aber auch kleiner.


    Wenn ich zwischen den beiden Büchern wählen sollte, würde ich zuerst das Buch von Franz Zeier von vorn bis hinten richtig Durcharbeiten. Danach würde ich das Buch von Hedwig Müller lesen.


    Klaus

    Papierfrau

    Danke für den Buchtipp. So wird mein Bücherregal bald zu klein. :thumbsup:

    Graupappe-l-n

    Autodidakten müssen nicht schlechter sein als Gelernte. Die Gelernten haben es oft sogar leichter.

    Der Tipp mit den Lego's gefällt mir. Ich wollte erst schreiben: "Schublade auf und in der Ecke anlegen". Aber wenn die Schublade aus Holz ist klebtsssss ziemlich unangenehm. Dann muss erst breites Packband aufkleben.

    Das Buch ist noch verfügbar ich habe mir eines bei booklookers bestellt. Es geht aber wohl auch direkt bei der Buchbinderei Müller in Landau.


    Klaus